Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 04-20 - 17.03.2020
Equal Pay Day

DGB mahnt faire Bezahlung in sozialen Berufen an

Anlässlich des Equal Pay-Day kritisiert der DGB die schlechtere Bezahlung von Berufen, die überwiegend Frauen ausüben - trotz des beklagten Fachkräftemangels in Gesundheit, Erziehung und sozialer Arbeit. "Krankenschwestern, Erzieherinnen und Altenpflegerinnen wollen den Respekt vor ihrer Arbeit endlich auch auf dem Gehaltszettel sehen können", sagt dazu Ada Schnittfeld, Sprecherin der DGB Frauen in Dortmund.

Schnittfeld weiter: "Statt den Frauen die Schuld für ihre niedrigen Verdienste zuzuweisen, weil sie angeblich die falschen Berufe ergreifen, müssen wir alle dankbar für die Arbeit sein, die sie leisten. Fachinformatiker und Ingenieure alleine halten die Gesellschaft nicht am Laufen, wenn sich niemand beruflich um die Kinder, die Alten und die Kranken kümmert. Mit dieser Missachtung gegenüber der Arbeit mit Menschen schneiden wir uns ins eigene Fleisch, das wird aktuell besonders deutlich."

Damit die Entgeltlücke kleiner wird, fordert der DGB deutlich mehr Bindung an Tarifverträge. Denn wo Tarifverträge gelten, ist der Lohnabstand zwischen Frauen und Männern deutlich geringer.  Und dies wäre vor dem Hintergrund des sogenannten Fachkräftemangels nur folgerichtig: Krankenhäuser, Kita-Träger und Sozialunternehmen müssen endlich flächendeckend an den Verhandlungstisch kommen, um auch über das Gehalt für interessierte Frauen und Männer als Arbeitgeber interessant zu werden

 

Hintergrund:
Der Equal Pay Day markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern: um das Einkommen zu erzielen, das Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres erhalten, müssen Frauen 77 Tage länger arbeiten – dieses Jahr also bis zum 17. März. So lag 2019 der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen mit 17,72 Euro noch um 20 Prozent niedriger als der von Männern mit 22,61 Euro.


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