Deutscher Gewerkschaftsbund

14.02.2011

DGB übergibt Fragenkatalog der Arbeitnehmer an den PCB-Ombudsmann

Am Montag, 14. Februar 2011, traf die Vorsitzende der DGB-Region Dortmund-Hellweg Jutta Reiter, den PCB-Ombudsmann Erwin Pfänder.

Jutta Reiter übergab Erwin Pfänder die noch nicht geklärten Fragen aus dem Gespräch der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Oberbürgermeister Sierau und dem Regierungspräsident Dr. Bollermann.

"Aus der Veranstaltung im letzten Jahr im Dezember resultieren noch eine ganze Menge unbeantworteter und offener Fragen", so Reiter.

Bezogen auf die Feststellung von PCB-Vergiftungen und der medizinischen Betreuung war vielen Betroffenen nicht deutlich, ob sie sich wirklich auf die lebenslange Betreuung durch die Berufsgenossenschaft verlassen können, ob eine spätere Aufnahme in das Betreuungsprogramm möglich ist und ob eine Anerkennung als Berufskrankheit ansteht.

Zum Komplex Sanierung interessierten die Arbeitnehmer die fachliche und zeitliche Fortschreibung des Sanierungsplans. Darüber hinaus wurde kritisch hinterfragt, ob tatsächlich alle Unternehmen in der Umgebung auf PCB-Kontermination untersucht wurden. Die schnelle Sanierung sahen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als Grundvoraussetzung für die Standortfrage und für ihre Arbeitsplatzsicherheit.

Für alle anwesenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer war es in keinem Fall nachvollziehbar, wie es zu einer solchen Katastrophe im Kontroll- und Genehmigungsverfahren in einem so reglementierten Land wie NRW kommen konnte.

Übereinstimmung stellten Pfänder und Reiter fest, dass es jetzt besonders wichtig wäre, die ausstehenden Gutachten der Ministerien öffentlich zu machen.

"Nur dadurch werden die Prozesse und Verfahren bei den verantwortlichen Behörden transparent. Ein solches Vorgehen würde das notwendige Vertrauen wiederherstellen und den Handlungswillen der Politik unterstreichen. Die Zeit dafür ist längst überfällig", meint Jutta Reiter.

"Es ist Zeit aus den Erfahrungen zu lernen und die Zukunft sicherer zu gestalten", fordert Erwin Pfänder.


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