Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13/12 - 22.03.2012

DGB: Ordnung auf dem Arbeitsmarkt verhindert Altersarmut

„So richtig und notwendig die Sicherung von Alterseinkommen ist, so falsch ist der Ansatz, den die Bundesregierung verfolgt“, so die Vorsitzende der DGB Region Dortmund Hellweg, Jutta Reiter.

 „Es kann nicht angehen, dass immer mehr ältere Menschen, die entweder erwerbsgemindert sind oder bereitwillig Rentenabschläge in Kauf nehmen, weil sie nicht mehr arbeiten können oder wollen, gezwungen werden sich einen Job zu suchen, weil die Renten so mickerig sind“, stellt Reiter fest.

 In Dortmund arbeiten schon mehr als 8.500 Menschen über sechzig Jahre in einem Minijob, das ist fast die gleiche Anzahl von Menschen dieser Altersgruppe, die noch in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis beschäftigt ist.

 Das Rentenniveau, das heute noch über 50 % des Nettoeinkommens beträgt, wird im Jahre 2030 bei 43 % liegen. „Davon können Rentner natürlich nicht leben. Die Rentenansprüche werden auch durch Veränderungen am Arbeitsmarkt für die heutigen Erwerbstätigen weiter sinken. Immer mehr Menschen arbeiten als Minijobber, in Leiharbeit, auf befristeten Stellen und als Soloselbstständige. Dazu kommen Phasen von Familienarbeit und Arbeitslosigkeit. Eine zusätzliche private Absicherung können sich viele Menschen mit den geringen Löhnen gar nicht mehr leisten. Und ich bezweifele, dass der Staat die Absicherung all dieser Gruppen aus Steuermitteln auf sich nehmen will“, so Reiter.

 Der DGB und seine Gewerkschaften fordern daher nicht nur eine Bürgerversicherung, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, sondern auch Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. “Ein gesetzlicher Mindestlohn und die Regulierung atypischer Beschäftigung schaffen existenzsichernde Einkommen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nur so ist eine sichere Altersrente langfristig für alle Menschen zu erreichen. Davon würden Ältere und Jüngere profitieren.“

 


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