Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 02/22 - 04.02.2022
Gemeinsame Erklärung von DGB-Vertretern

A45 ist Stützpfeiler für starken Wirtschaftsraum und für sichere Arbeitsplätze

Fehlende Investitionen verursachen gravierende und überregionale Probleme

„Nicht erst seit der Sperrung und dem endgültigen Aus für die Rahmedetalbrücke auf der A45 bei Lüdenscheid zeigt sich, wie marode unsere Infrastruktur in weiten Teilen unseres Landes ist. Die mit der Brückensperrung einhergehenden katastrophalen Auswirkungen auf unseren starken Wirtschaftsstandort und Tausenden von Arbeitsplätzen zeigen in aller Breite die Versäumnisse der letzten Jahre, ja Jahrzehnte bei notwendigen Infrastrukturmaßnahmen“, so die gemeinsame Aussage von DGB-Vertretern aus den Anrainer-Regionen entlang der A45.

Mit einem markanten Transparent deuten die vier Gewerkschafter Matthias Körner (DGB-Region Mittelhessen), Ingo Degenhardt (DGB-Region Südwestfalen), Stefan Marx (DGB-Region Ruhr-Mark) und Ralf Beltermann (DGB-Region Dortmund-Hellweg) auf die fatalen negativen Auswirkungen der momentanen Situation und jahrelang verfehlter Investitionspolitik in Verkehrsinfrastruktur hin. Ihre gemeinsame Aussage lautet: „Die A45 ist ein Stützpfeiler für unseren starken Wirtschaftsraum und für sichere Arbeitsplätze“.

„Die Problematik einer unzureichenden Infrastruktur auf der Schiene und marode Brücken und Straßen sind nicht ausschließlich lokale Probleme, sie sind von gravierender und von überregionaler Bedeutung. Vor einem Jahr haben wir bereits gemeinsam auf die Problematik im Güter- und Personenverkehr auf der Schiene in unserem Wirtschaftsraum hingewiesen und endlich den durchgängigen zweigleisigen Ausbau der Siegstrecke gefordert. Von daher gilt es sich über das Kirchturmsdenken hinweg zusammenzuschließen und sich zu positionieren. Wir müssen Zeichen setzen und die Thematik von fehlenden Investitionen öffentlich diskutieren. Die nun auf Jahre unterbrochene Sauerlandlinie stellt einen Kollateralschaden für unseren starken Wirtschaftsraum, für Standort- und Beschäftigungssicherheit dar“, sagt Ingo Degenhardt, Geschäftsführer der DGB-Region Südwestfalen.

Stefan Marx, Geschäftsführer der DGB-Region Ruhr-Mark, in dessen Zuständigkeitsbereich die abrissreife Rahmedetalbrücke liegt, ergänzt: „Der DGB macht sich ernste Sorgen um die Zukunft der Region. Das Verkehrschaos zieht weite Kreise. Die Beschäftigten der heimischen Betriebe verbringen Stunden auf dem Arbeitsweg. Die Logistik erleidet katastrophale Schäden. Anwohner werden über Gebühr belastet. Wir begrüßen die Initiative, eine ‚Taskforce A45‘ zu errichten, die unverzüglich ihre Arbeit aufnimmt.“

Der hessische Nachbar betont den Zusammenhang zwischen vernetzter Wirtschaft und funktionierenden Verkehrswegen. „Weite Teile der Region zwischen Wetzlar und Haiger sind wirtschaftlich mit NRW verbunden. Von dort wird bezogen und geliefert. Diese Lieferketten sind jetzt ins Stocken geraten. Das bedeutet neue Störungen in den betrieblichen Abläufen. In ohnehin schon schwierigen Zeiten haben unsere betrieblichen Kollegen*innen mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Eine vernetzte Wirtschaft braucht funktionierende Verkehrswege, auch und gerade, wenn sie die Wende zur Dekarbonisierung schaffen will“, so der Geschäftsführer der DGB-Region Mittelhessen, Matthias Körner.

Auch die Gewerkschaftsvertreter fordern eine sondergesetzliche Regelung für die A45, um Planungs- und Bauzeiten zu verringern. Ralf Beltermann aus der DGB Region Dortmund-Hellweg: „Aus unserer Sicht wäre dies mittels einer sogenannten ‚Legalplanung‘ für bedeutsame Infrastrukturmaßnahmen zu erreichen, wie im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien auf Bundesebene beschrieben. Der Neubau der Rahmedetalbrücke auf der so wichtigen Nord-Süd-Verbindung könnte hier als Blaupause dienen“.

Vonseiten des Deutschen Gewerkschaftsbundes in den Regionen entlang der A45 ist eine gemeinsame Stellungnahme an die Abgeordneten der Landes- und Bundespolitik in der Abstimmung und soll in Kürze vorliegen.


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