Deutscher Gewerkschaftsbund

Betriebliches Gesundheitsmanagement

09.02.2016

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Arbeit gesund gestalten


Betriebliches Gesundheitsmanagement umsetzen

Am 9. Februar 2016 veröffentlichte die DGB-Region Dortmund-Hellweg eine Broschüre, in der alle landesweiten Qualifizierungsangebote der Bildungsträger des DGB zusammengestellt wurden.

Die DGB-Region Dortmund-Hellweg hat als eine von vier Akteuren im Land Nordrhein-Westfalen die Patenschaft für das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement im Rahmen der Landesinitiative „Arbeit gestalten“ übernommen.

Gemeinsam mit den Krankenkassen, der Regionalagenturen in der DGB-Region Dortmund-Hellweg, dem Handelsverband Münster-Westfalen, den Gewerkschaften und der TBS sowie weiteren Beratern wurde sich in unserer Region auf den Weg gemacht dem Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ mehr Gewicht zu verleihen.

Dass das notwendig ist, zeigt uns die sechste Sonderauswertung des DGB-Index „Gute Arbeit“, in dem die Arbeitsqualität aus Sicht von jungen Beschäftigten analysiert wird. Diese Sonderauswertung ist erschienen im Dezember 2015 und bezieht sich auf junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter unter 35 Jahren. Generell zeigt die Studie auch bei jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, dass sich eine stärkere Polarisierung in der Arbeitsqualität ergibt. Während sehr gute Arbeit und schlechte Arbeit zunehmen, bricht das Mittelfeld zunehmend ein.

Bezogen auf die gesundheitlichen Aspekte muss festgestellt werden:

-  Atypische Beschäftigungsformen machen jungen Menschen sehr viel Stress.

- Mehr als ein Drittel der jungen Menschen gibt als Grund für den Stress weiter an:

  • Mehr Arbeit von Jahr zu Jahr;
  • Gehetzt sein;
  • Hohe Arbeitsunterbrechungen;
  • Schlechte Grundlageninformationen zur Aufgabenerledigung.

 Und:

Knapp 30 % geben auch noch immer an, ihre Arbeit in ungünstigen Körperhaltungen verrichten zu müssen, was als sehr belastend empfunden wird.

Jeder zweite junge Mensch arbeitet außerhalb von Arbeitszeiten zwischen 6:00 und 18:00 Uhr. Schicht-, Nacht-, Wochenendarbeit sind für junge Menschen viel häufiger die Regel, als für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 35.

Sollen junge Menschen bis zum Rentenalter arbeiten, müssen die Arbeitsbedingungen sich langfristig verbessern. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist eine wichtige Maßnahme, dies zu gewährleisten.

Auch wenn in vielen Unternehmen schon unterschiedliche Aspekte von betrieblichem Gesundheitsmanagement vorhanden sind, sind diese aber leider nicht durchgängig. Wir brauchen Konzeptionen, die nachhaltig wirken und die als Struktur in den Unternehmen verankert sind.

Und dabei meinen wir als Gewerkschaften, BGM ist ein kontinuierlicher, beteiligungsorientierter Prozess, der Analyse und Planung von Maßnahmen zur Durchführung und Überprüfung von Prozessen des Gesundheitsschutzes. Dabei müssen schon laufende Aktivitäten und bestehende Strukturen einbezogen werden, wie zum Beispiel, Gefährdungsbeurteilungen, der komplette Arbeitsschutz und die Einbindung aller Beschäftigungsgruppen zu jedem Zeitpunkt der Prozesse sichergestellt sein. Eine genaue bedarfsbezogene zielgruppenspezifische Analyse und einen entsprechenden Handlungsplan, der dann in einem Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses permanent weiter entwickelt wird, ist dann das Herzstück des BGM.


 







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