Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01/12 - 16.01.2012

Amazon setzt nur den Willen des Gesetzgebers um

Seit Wochen ist Amazon, nicht nur in Werne, in der Kritik, weil der weltweit agierende Konzern im vergangenen Jahr hunderte von Arbeitslosen und Hartz IV Empfängern von der Bundesagentur für

Arbeit und dem Jobcenter angefordert und bekommen hat. “Amazon hat zwar nur ein Instrument aus der Gesamtpalette zur Integration von Arbeitslosen genutzt, die ihre Einstellung für Arbeitgeber erleichern sollen. Dennoch ist nicht alles was juristisch machbar ist, ist moralisch auch nachvollziehbar“, so das Urteil der Vorsitzenden der DGB-Region Dortmund-Hellweg Jutta Reiter zu den Vorgängen bei Amazon in Werne.

 

Es besteht die dringende Notwendigkeit extreme Auswüchse bei dem Instrument der Einarbeitungspraktika zukünftig durch die Bundesregierung zu verhindern „ Dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung aber genau nicht. Im Gegenteil diese Einarbeitungspraktika könnten nach dem gültigen Gesetz bis auf vier Wochen verlängert werden.“ kritisiert Reiter. „Hier werden Arbeitslose gezwungen; über Wochen in Unternehmen zu arbeiten – bezahlt mit Hatz IV durch den Steuerzahler.“

 

„Wenn es tatsächlich nur um eine Erprobung geht“, so die DGB-Vorsitzende, „kann jedes Unternehmen auch diese Arbeitskräfte mit normalen Arbeitsverträgen und einer Probezeit einstellen“. Vor dem Hintergrund, dass es nach den zweiwöchigen Praktika bei Amazon meistens nur einen befristeten Vertrag gibt, ist für den DGB und ver.di dieses Verfahren besonders ärgerlich. „Auch hier muss der Gesetzgeber handeln und die Möglichkeiten für befristete Beschäftigung begrenzen.“

 


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