Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17/12 - 23.04.2012

Marlies Haarmann verstorben

Nachruf

Marlies Haarmann

(16.8.1935 - 5.4.2012)


Wir Dortmunder Weggefährten aus dem ökumenischen, interreligiösen und gesellschaftspolitischen Bereich trauern um Marlies Haarmann. Wir sind sehr erschrocken  über den plötzlichen Verlust, weil  wir bis vor kurzem noch intensiv mit der Verstorbenen, in den letzten Jahren Islambeauftrage der katholischen Stadtkirche und engagierte Ehrenamtliche in vielen Feldern, zusammengearbeitet und für die Zukunft geplant haben.

Mit Marlies Haarmann verliert Dortmund eine Bürgerin im eigentlichen Sinne; einen Menschen, der Anteil am Gemeinwesen nahm. In eigenen Überzeugungen fest verwurzelt hatte sie ein offenes Herz für andere und einen wachen Blick für die Nöte unserer Stadt. Ihr Elan, ihre Tatkraft, aber auch ihre Lebensklugkeit haben uns dabei immer wieder beeindruckt. Vielen von uns ist sie auch persönlich ans Herz gewachsen mit ihrer lebensbejahenden und zugewandten Art.

Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben und als Islambeauftragte der katholischen Stadtkirche hat sie 1997 bei dem großen Streit um den Gebetsruf der Muslime in der Nordstadt die "Dortmunder Kontaktgruppe Kirche - Moscheevereine" mitgegründet.  Aus dieser Gruppe heraus wurde 2003 der Anstoß gegeben für den Dialogprozess "Integration mit aufrechtem Gang",  mit dem wir die ersten drei Dortmunder Integrationskonferenzen organisiert haben. 2007 erfolgte die Gründung des "Arbeitskreises Religion und Integration" für den Dialog zwischen Christen, Muslimen und Juden.  Von Anfang an gehörte sie auch zum Runden Tisches Grimmelsiepen, der den geplanten Moscheebau im Dortmunder Süden begleitet. In diesem interreligiös-interkulturellen Kontext hat Marlies Haarmann ihre hohe Fachkompetenz aus der langjährigen Arbeit bei der Caritas eingebracht und sich als Brückenbauerin betätigt.  Aus einer tiefen christlichen Überzeugung heraus hat sie sich auch gegen Widerstände für ein tolerantes Zusammenleben in Vielfalt stark gemacht.  Zu Recht wurde sie 2009 die erste Trägerin des Dortmunder Integrationspreises.

2005 gründete sie zudem mit uns den "Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus", in dem sich bis heute wichtige gesellschaftliche Gruppen im Kampf gegen den Neonazismus in unserer Stadt verbündet haben.

In Fortsetzung in ihrer langjährigen Arbeit im Bernhard-Merz-Haus setzte sich Marlies Haarmann im "Dortmunder Arbeitskreis Flüchtlinge" auch für nach Dortmund geflohene  Menschen ein und moderierte den Runden Tisch.

Wir wissen, dass sie auch noch in weiteren Projekten beteiligt war und sind beeindruckt von ihrem Engagement. Dabei war der Einsatz in diesen unterschiedlichen Feldern für sie immer eine Herzensangelegenheit. Als Weggefährten haben wir empfunden, dass ihr gesellschaftliches Engagement ihren  christlichen Überzeugungen entsprang, weil sie diesen Glauben immer auch auf die sozialen und politischen Herausforderungen bezogen hat.

In den verschieden Projekten, in denen wir mit Marlies Haarmann zusammenarbeiten durften, wollen wir uns in ihrem Sinne weiter engagieren zum Wohle der Menschen in unserer Stadt.

§         Trägerkreis Integration mit aufrechtem Gang

§         Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus

§         Arbeitskreis Religion und Integration

§         Arbeitskreis Flüchtlinge

§         Dortmunder Kontaktgruppe Kirchen - Moscheevereine

§         Runder Tisch Grimmelsiepen

 

Rabbiner Avechai Apel, Jüdische Kultusgemeinde

Ogün Arpaci, Moscheeverein Hörde

Ahmed Aweimer, Rat der Muslimischen Gemeinde

Niels Back, Ev. Kirchengemeinde Wellinghofen

Mehmet  Soyhun, DITIB- Verband

Pfarrer Friedrich Stiller, Evangelische Kirche

Barbara Heinz, Auslandsgesellschaft

 Jutta Reiter, DGB

Thomas Wild, pdl

(20. April 2012)

 

 


 

 

 

 

Gemeinsame Gedenkfeier

 

Alle Gruppen laden ein zu einer gemeinsamen Gedenkfeier in den Räumen des Projektes DeutschLernen: 

Interkulturelles Zentrum am Burgtor
Münsterstraße 9-11
Mittwoch, den 25.04.2012 um 16 Uhr

 

Kontakt : Pfarrer Friedrich Stiller, Referat für Gesellschaftliche Verantwortung der VKK Dortmund, Jägerstr. 5. 44145 Dortmund, 0231/ 8494-376  

 


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