Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29 - 28.12.2011
DGB zum Jahreswechsel 2011/2012:

Wider Erwarten ein Jahr mit stabiler Konjunktur und ungenutzten Chancen

Im Jahr 2011 schlug die Konjunktur an, die Märkte brummten und die Arbeitslosigkeit sank. Allerdings konnten Langzeitarbeitslose und behinderte Menschen nicht von diesen positiven Entwicklungen profitieren. "In einer solchen Situation die Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik zurückzufahren und bewährte Arbeitsmarkt-instrumente zu verschlechtern, statt die Gunst der Stunde zu nutzen und Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren deren Chancen bisher gleich Null waren, entlarvt die Gerechtigkeitslücke in diesem Land", meint die Vorsitzende der DGB Region Dortmund-Hellweg, Jutta Reiter.

Arbeitsmarktpolitische Instrumente wie die Ein-Euro-Jobs oder Bürgerarbeit bieten kaum Brücken in den ersten Arbeitsmarkt. Sie müssen leider vielerorts das Auffangen, was Kommunen auf Grund ihrer desolaten Finanzsituation nicht mehr leisten können. "Diese Jobs sind die Haltelinien für Burn-out Erkrankungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vielen Einrichtungen. Der DGB und seine Gewerkschaften wollen öffentlich geförderte Beschäftigung, aber zu fairen Bedingungen und mit realen Chancen zum Übergang in den ersten Arbeitsmarkt“, so Reiter.

Der Bedarf an Fachkräften für die Zukunft kann zu mehr Integrationen auf dem Arbeitsmarkt führen, aber dafür müssen jetzt die Pflöcke gesetzt werden. "Wer Fachkräfte für die Zukunft will, der muss Geld in die Hand nehmen. Das sind in erster Linie die Unternehmen. Sie müssen nicht nur ihre Ausbildungsquoten erhöhen, um im demographischen Wandel zu bestehen, sondern auch die Fort- und Weiterbildung in ihren Unternehmen weit mehr als bisher zur Fachkräftegewinnung nutzen. Aber auch die Regierung ist gefordert: Gerade für gering qualifizierte Menschen in Arbeitslosigkeit müsste jetzt eine Qualifizierungsoffensive gestartet werden", fordert die DGB Vorsitzende.


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