Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12/12 - 14.03.2012

Wie Wohnen prekär wird

DGB und Kooperationsstelle Wissenschaft – Arbeitswelt präsentieren neue Studie


Der in den letzten Jahren vorangetriebene Verkauf von Millionen einfacher Mietwohnungen an Finanzinvestoren hat die wohnungspolitischen Probleme erheblich verschärft – nicht nur, aber auch in Dortmund. Das zeigt Sebastian Müller in seiner Studie „Wie Wohnen prekär wird – Finanzinvestoren, Schrottimmobilien und Hartz IV“, die jetzt in der Reihe „fair statt prekär“ der Kooperationsstelle in der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund erschienen ist. 

„Am Beispiel Dortmund wird deutlich: Haushalte in prekären Einkommensverhältnissen sind in deutlich stärkerem Maße durch Feuchtigkeit in der Wohnung und Lärmbelästigung im Wohnumfeld betroffen als andere Haushalte. Höher belastet sind sie auch durch Umwelteinflüsse und Kriminalität im Wohnquartier“, so die Vorsitzende der DGB Region Dortmund-Hellweg Jutta Reiter. 

Privatisierung hat die Zahl der erschwinglichen Mietwohnungen in Deutschland ein weiteres Mal schmerzlich verringert, mit deutlich regionalen Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen. Scharfe Rationalisierungsschnitte der neuen Investoren-Eigentümer bei den Reparaturen, der Grünpflege und der Instandhaltung von Häusern und Wohnungen führten binnen Kurzem zu Leerständen, Vernachlässigung und Standardabsenkung. 

Es entstehen Quartiere, in die Verlierer des wirtschaftlichen Strukturwandels abgedrängt werden. Prekarisierung wandert aus der Sphäre der Arbeit und der Arbeitslosigkeit auch in die Sphäre des Alltagslebens und des Wohnens. 

Sebastian Müller fragt auch, was nötig und möglich wäre, um gegen die Verschlechterung der Wohnverhältnisse anzugehen. Er analysiert Aktivitäten der aktivierenden und motivierenden sozialen Arbeit im Wohnviertel. Er beschreibt Modelle solidarischer Arbeit, gegenseitiger Versicherung und Unterstützung und der Gemeinschafts-, Gemeinden- und Genossenschaftsbewegungen.

 


 

Die Studie kann in Einzelexemplaren kostenlos bezogen werden über die 

Kooperationsstelle Wissenschaft – Arbeitswelt

E-Mail: kowa@sfs-dortmund.de

Tel.: (0231) 8596-140


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