Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 45/12 - 08.11.2012
DGB:

Interesse an dualer Ausbildung lässt nicht nach, aber Unternehmen kommen nicht mit


Das Interesse junger Menschen an dualer Ausbildung ist ungebrochen. In Dortmund suchten 4.657 Jugendliche einen Ausbildungsplatz, das sind 145 mehr als im Jahr zuvor. Leider konnten Unternehmen und außerbetriebliche Ausbildungsplätze auch in diesem Jahr nur 3.667 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bieten. Die unversorgten Jugendlichen drehen weiter Warteschleifen in Übergangssystemen.

„Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen wird nicht an akademischen Fachkräften scheitern sondern an Fachkräften mit Berufsausbildungsabschluss. Unternehmen wären gut beraten, jetzt Ausbildungsplätze in einem hohen Ausmaß über ihren Bedarf anzubieten. Wenn auch gesetzlich von Unternehmen nicht gewollt, täten diese aber gut daran, über Umlagemodelle der Ausbildungsfinanzierung nachzudenken, um solidarisch für Fachkräftenachwuchs in einer Branche zu sorgen. Für den Standort Deutschland wäre eine gesetzliche Ausbildungsumlage das Beste!“, so die Vorsitzende des DGB Dortmund, Jutta Reiter. „Für bestimmte Branchen ist es dringend notwendig, sich endlich ernsthaft den Qualitätsproblemen in der Ausbildung und bei den Arbeitsbedingungen zu stellen. Allein dadurch gewinnen bestimmte Ausbildungsberufe an Attraktivität und würden ihr negatives Image verlieren.“, so Reiter.

Während Arbeitgeber und Bundesregierung Jahr für Jahr eine entspannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt verkünden, trifft dies auf Dortmund noch lange nicht zu. Deutschlandweit haben 2,2 Mio Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren keinen Berufsabschluss. Hier rächt sich, dass der Ausbildungspakt jedes Jahr Zehntausende von Jugendlichen als versorgt zählt, die von der Bundesagentur für Arbeit zwar als ausbildungsreif eingestuft werden, trotzdem aber nur Warteschleifen drehen.

Der bundesweite Ausbildungspakt hat bisher nicht verhindern können, dass die Quote der Ausbildungsbetriebe mit 22,5 % auf dem tiefsten Stand seit 1999 liegt. Entspannung bringen nur die nachwachsenden geburtenschwachen Jahrgänge.

Mehr als 92 % der jungen Menschen in Dortmund verfügen über einen Schulabschluss, knapp 33 % erreichen sogar die mittlere Reife. Trotzdem gehen in Dortmund weniger als 14 % der Schulabgänger nach der 10. Klasse direkt in eine Ausbildung. Auf Bundesebene hat fast jeder 3. Jugendliche aus dem Übergangssystem auch nach zwei Jahren noch keinen Ausbildungsplatz. Daher ist die Umsetzung der Ausbildungsgarantie durch die nordrhein-westfälische Landesregierung dringend geboten.

 


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